Wie Künstliche Intelligenz uns bei der Pflege hilft

KI ist in aller Munde – und jetzt auch in der Stiftung Haus Hall angekommen. Seit dem Frühjahr dokumentiert das Pflegeteam im Haus St. Walburga mithilfe künstlicher Intelligenz.

Foto: Haus St. Walburga

Seit neuestem die treuesten Begleiter des Pflegeteams: Smartphones. So treu, dass Aushänge im Flur erklären, warum die Pflegekräfte so viel am Handy hängen. Denn mit den Geräten sparen sie viel Zeit ein – KI und Spracherkennungs-App sei Dank.

Einfach per Spracheingabe

Seit Mitte März kann das Team Pflegeberichte und Vitalwerte wie Blutzucker oder Blutdruck einfach per Spracheingabe in der App dokumentieren, auch von mehreren Bewohnerinnen oder Bewohnern auf einmal.

„Die KI ordnet die Angaben dann direkt richtig zu“, erläutert Einrichtungsleiter Jürgen Kaling. Das funktioniere auch wunderbar bei Mitarbeitenden, die noch nicht gut Deutsch sprächen: „Die App wandelt fehlerhafte Einträge in wenigen Sekunden in korrektes Deutsch um.“

"Praktisch und schneller"

Jedes Mal werde ein zeitraubender Gang zum Dienstzimmer eingespart, betont Bettina Telaar, die Leiterin des Wohnbereichs 1: „Wir können direkt während der Durchführung der Pflege dokumentieren. Das ist wirklich praktisch und viel schneller.“

Zum Beispiel bei der Strukturierten Informationssammlung (SIS), die immer bei Neuaufnahmen angelegt wird und viele grundlegende Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand eines Pflegebedürftigen enthält.

Pflegequalität weiter steigern

Nun reiche ein Fingertipp, um die SIS aus Tonaufzeichnungen der Aufnahmegespräche zu erstellen, berichtet Jürgen Kaling: „Eine erfahrene Pflegefachkraft hat dafür bislang rund eine Stunde benötigt, jetzt kommt man mit 15 Minuten aus.“

Auch die Wunddokumentation werde erleichtert: „Dank des Systems können wir unsere Pflegequalität weiter steigern.“ Pro Wohnbereich stehen jeweils fünf der neuen Smartphones zur Verfügung, außerdem zwei in der Tagespflege. Die Einführung sei problemlos verlaufen, resümiert er: „Auch die älteren Mitarbeitenden hatten überhaupt keine Berührungsängste.“

In der Tat sei die Spracheingabe keine große Umstellung, bestätigt Bettina Telaar: „Das kennt man privat ja auch.“