Ehrenamt: Corona-Türsteher im Seniorenheim

Seit Mitte Mai übernehmen Jugendliche ehrenamtlich den Türdienst im Haus St. Walburga.

Foto: Haus Hall

Wer das Haus St. Walburga (HSW) besuchen möchte, muss zuerst an Maik Vahling und Jona Ebbing vorbei. Gewissenhaft achten die beiden 15-Jährigen darauf, dass die Besuchs- und Hygieneregeln eingehalten werden, die zum Schutz der Bewohner des Seniorenheims weiterhin gelten.

„Wir öffnen die Tür, weisen die Leute ein und passen auf, dass sie die Hände desinfizieren. Anfang Juli ist das Fiebermessen neu hinzugekommen“, erzählt Maik. Gemessen wird auf Abstand mit einem Stirnthermometer. Wer Fieber hat oder für Corona typische Symptome zeigt, darf das Haus nicht betreten.

Vier Schichten pro Wochenende

Maik und Jona gehören zu einer Gruppe von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die im HSW seit Mitte Mai samstags und sonntags Türdienst schieben. Zwei Stunden dauert jede Schicht. Vier Schichten stemmt die Gruppe pro Wochenende.

„Wir hatten noch nicht einmal das Problem, dass die Tür nicht besetzt werden konnte“, bilanziert Marietheres Vahling aus der Verwaltung von St. Walburga. Viele der Jugendlichen gehören zu der Firmgruppe, die sie leitet. Zuvor hatte die Gruppe bereits einen Einkaufsservice auf die Beine gestellt.

Täglich bis zu 50 Besucher

Belegschaft und Bewohner entlastet das ehrenamtliche Engagement der Gruppe enorm. Am Wochenende kommen während der festen Besuchszeiten täglich bis zu 50 Menschen, die neben der normalen Arbeit in Empfang genommen und registriert werden müssen.

„Ohne die Jugendlichen wäre keine gute Betreuung möglich“, freut sich Yvonne Schüring, Leiterin des Sozialen Dienstes und Ehrenamtskoordinatorin in St. Walburga, über die zuverlässige Unterstützung.

Die Gruppe wächst.

 „Es ist schön, dass man helfen kann“, sagt Jona Ebbing. Die Besucher freuten sich über das ungewohnte Empfangskomitee: „Die Leute bedanken sich und finden es nett, dass wir das machen.“ Und wenn es doch mal ein Problem geben sollte, liege stets ein Telefon parat, um einen Mitarbeiter des Hauses zu benachrichtigen.

Abgesprungen ist noch niemand, im Gegenteil: Dank Mund-zu-Mund-Propaganda im Freundes- und Bekanntenkreis wuchs die Gruppe sogar von 9 auf 16 Jugendliche an. Bis zum Ende der Sommerferien sind jetzt schon alle Schichten vergeben.