Wie Maruf Khan als Pflegefachassistent optimal in den Pflegeberuf startet

Im September beginnt Maruf Khan im Haus St. Walburga die neue Ausbildung zum Pflegefachassistenten. Für ihn ein perfekter Einstieg ins Berufsfeld Pflege.

Foto: Stiftung Haus Hall

Berührungsängste? Kennt Maruf Khan nicht. „Wie geht es Ihnen heute?“, fragt er zuvorkommend zwei Bewohner des Hauses St. Walburga (HSW) in Velen-Ramsdorf, die gemütlich im Foyer sitzen und sich sichtlich über den kurzen Schnack freuen. Im HSW absolviert der 21-Jährige derzeit ein einjähriges Praktikum.

"Ich wusste schnell, das will ich auch machen“

„Ein Mitschüler aus meiner Klasse am Berufskolleg Borken arbeitet ebenfalls in einem Altenheim und hat mir viel erzählt. Ich wusste schnell, das will ich auch machen“, erzählt Maruf. Das Berufskolleg schloss er nach Klasse 9 ab. Zunächst folgte ein Praktikum bei einem Dachdecker-Betrieb. Den Kontakt zum Haus St. Walburga stellte dann ein Freund des Vermieters der Familienwohnung in Velen her.

„Ich reiche Essen an, unterhalte mich mit den Menschen, spiele mit ihnen oder gehe mit ihnen spazieren“, beschreibt Maruf seinen Berufsalltag. Viel werde er auch nach seinem Herkunftsland gefragt. 2012 mussten seine Eltern mit ihm und seinem größeren Bruder aus Bangladesch fliehen. Nach Fluchtstationen in Indien, Russland und Spanien kam die kleine Familie in Deutschland an.

Einjährige Ausbildung

Die Arbeit im HSW gefällt Maruf richtig gut. So gut, dass er im Herbst die neue einjährige Ausbildung zum Pflegefachassistenten beginnen möchte. Sie bietet einen sehr guten Einstieg in das Berufsfeld Pflege - und Maruf die Chance, erstes eigenes Geld zu verdienen. Nach dem Abschluss könnte er sich mit einer dann auf zwei Jahre verkürzten Ausbildung zur spezialisierten Pflegefachkraft weiter qualifizieren. 

Aber schon jetzt hat Maruf viele Tricks gelernt. Was zum Beispiel tun, wenn ein dementer Mensch den Mund nicht öffnet, weil er nicht essen will? „Einfach etwas Joghurt auf die Lippen, dann geht der Mund von alleine auf“, verrät er. Und wenn etwas unklar sei, sei auf seine Kolleginnen und Kollegen Verlass: „Die erklären mir immer alles ganz super.“

Das Kompliment gibt Einrichtungsleiter Jürgen Kaling gerne zurück: „Maruf ist wirklich eine große Unterstützung für uns. Leider können wir ihn nicht klonen.“

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